Joachim Raffs zehntes Sinfonie, "Zur Herbstzeit" (Op. 213), ist ein faszinierendes Werk, das die reife Meisterschaft des Schweizer Komponisten Joachim Raff zeigt. Diese Sinfonie, komponiert in f-Moll, besteht aus vier Sätzen, die jeweils eine eigene Stimmung und Atmosphäre schaffen. Der erste Satz, "Eindrücke und Empfindungen", beginnt mit einem Allegro moderato, das den Hörer in eine Welt von Eindrücken und Gefühlen entführt. Der zweite Satz, "Gespenster-Reigen", ist ein lebhaftes Allegro, das eine geheimnisvolle und fast gespenstische Stimmung erzeugt. Der dritte Satz, "Elegie", ist ein langsames Adagio, das eine tiefe und melancholische Stimmung vermittelt. Der vierte Satz, "Die Jagd der Menschen", kehrt mit einem energischen Allegro zurück und schließt die Sinfonie mit einem dramatischen Höhepunkt ab.
Zusätzlich zur Sinfonie enthält das Album die Ouvertüre "Ein feste Burg ist unser Gott" (Op. 127), eine kraftvolle und eingängige Komposition, die Raff in die Tradition der Orchesterouvertüren des 19. Jahrhunderts einreiht. Diese Ouvertüre ist eine Hommage an das berühmte Kirchenlied und zeigt Raffs Fähigkeit, große emotionale Tiefe und musikalische Brillanz in einem relativ kurzen Stück zu vereinen.
Aufgenommen vom Radio-Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Francis Travis und Pinchas Steinberg, bietet dieses Album eine herausragende Interpretation von Raffs Werken. Die Aufnahme, die 1993 von Tudor Records veröffentlicht wurde, ist ein Muss für jeden Klassikliebhaber und bietet einen tiefen Einblick in das Schaffen eines der unterschätzten Meister der Romantik. Mit einer Gesamtspielzeit von etwa 54 Minuten ist dieses Album eine lohnende Investition für jeden, der die Schönheit und Tiefe der klassischen Musik schätzt.