"Bells & Prophecies" von Albert Ayler ist ein faszinierendes Doppelalbum, das eine erweiterte Edition der ursprünglichen Aufnahmen aus den Jahren 1964 und 1965 präsentiert. Mit einer Spielzeit von über einer Stunde und 46 Minuten bietet dieses Album eine tiefe Einblicke in die experimentelle und avantgardistische Welt des Free Jazz.
Die Aufnahmen, die ursprünglich auf zwei separaten Alben erschienen sind, wurden hier zusammengefasst und um sechs bisher unveröffentlichte Stücke ergänzt. Die Live-Aufnahmen zeigen Albert Ayler in seiner ganzen künstlerischen Pracht, begleitet von herausragenden Musikern wie Gary Peacock am Bass und Sonny Murray am Schlagzeug. Spätere Aufnahmen mit Charles Tyler an der Alt-Saxophon und Donald Ayler an der Trompete erweitern die klangliche Vielfalt und zeigen Aylers Fähigkeit, sowohl als Komponist als auch als Improvisator zu glänzen.
Das Album beginnt mit dem titeltragenden Stück "Bells", einem intensiven, zwanzigminütigen Stück, das durch seine militärisch inspirierten Melodien und exzellente Gruppenimprovisationen besticht. Es markiert einen wichtigen Wendepunkt in Aylers Musik, indem es die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation verschwimmen lässt.
"Bells & Prophecies" ist nicht nur eine Hommage an Aylers innovativen Geist, sondern auch ein Zeugnis seiner bleibenden Einfluss auf die Jazzmusik. Die erweiterten Edition bietet sowohl langjährigen Fans als auch Neulingen die Möglichkeit, die Tiefe und Komplexität von Aylers Werk zu erkunden. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Free Jazz, Avantgarde und Hard Bop ist dieses Album ein unverzichtbarer Bestandteil jeder ernsthaften Jazzsammlung.